Stadtbücherei Waldbröl

Pressestimmen

Jugendliches Landleben in Waldbröl „Wenn ich Glück habe, fährt ein Bus“

„Manchmal zwitschern die Vögel so laut, dass ich nicht einschlafen kann“, sagt Samanta und lacht. Julian setzt noch einen drauf: „Bei uns im Dorf fliegt momentan ein Uhu rum. Das ist schon was besonderes, den gibt es sonst nur in Steinbrüchen.“ Die beiden 14-jährigen Schüler sind zwei von elf Jugendlichen der Gesamtschule Waldbröl, die in dieser Woche am Workshop „Land in Sicht“ teilnehmen.

Durchgeführt wird der Workshop von „Jugendstil“, dem Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW gemeinsam mit dem Autor und Blogger Michael Schumacher. Das Projekt findet in Kooperation mit Bibliotheken statt. Christiane Kleinfeld von der Stadtbücherei Waldbröl hatte sich erfolgreich um die Teilnahme beworben und freut sich, dass die Jugendlichen an dem Workshop teilnehmen können. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. „Wir wollen einfangen, wie die Stimmung von jungen Leuten ist, die auf dem Land leben. Was gefällt und was nicht“, sagt Kleinfeld. Die Teilnahme an dem Workshop ist freiwillig, die Jugendlichen im Alter von zwölf bis 16 Jahren werden dafür von der Schule freigestellt.

Es gibt viel zu bereden

Und schon in der Kennenlernrunde wird deutlich: Es gibt jede Menge Gesprächsstoff. Neben den tierischen Bewohnern in der Nachbarschaft, sind auch die übersichtlichen Busfahrpläne und der ein oder andere längere Fußmarsch ein großes Thema. „Ich wohne außerhalb von Nümbrecht in einem kleinen Kaff“, erzählt Hannah. „Wenn ich Glück habe, fährt einmal pro Stunde ein Bus, sonst muss ich laufen.“ Julian hat es da schon etwas besser. Er wohne zwar auch in Nümbrecht, aber immerhin im „Zentrum“, da gebe es sogar einen Supermarkt in der Nähe. Die Gruppe lacht. Auch Michael Schumacher muss bei der ein oder anderen Geschichte schmunzeln. Der 61-jährige Poetry Slammer wohnt selbst im ländlichen Xanten. „Es ist doch schön auf dem Land, oder etwa nicht?“, fragt er in die Runde. Viele nicken, Dana nicht. „Ich will hier schnellstmöglich weg, ab in die Stadt“, sagt die 17-Jährige. Sie sei fast jedes Wochenende in Köln, Bonn und Umgebung, um Freunde zu besuchen. Auf dem Land habe man irgendwann alles gesehen und kenne jeden, das sei doch langweilig. Die zwölfjährige Cora kann das nicht so recht nachvollziehen. „Wir haben einen Wald als Garten, wer hat das schon“, sagt sie. Was allerdings alle Schüler etwas stört, sind die langen Fußwege zur Schule. „Ich muss immer den ganzen Berg runter und dann gegenüber wieder hoch. Warum baut man nicht einfach eine Brücke?“, fragt sich Lara (15) und erntet zustimmendes Nicken aus der Runde. Michael Schumacher ist begeistert von so viel Input. In einem Internetblog möchte er gemeinsam mit der Gruppe alle Geschichten festhalten. In welcher Form, ist den Jugendlichen dabei vollkommen selbst überlassen. „Ihr könnt richtig kreativ werden und euch austoben“, sagt Schumacher.

Und trotz langer Fußwege, wenigen Bussen oder lautem Vogelgezwitscher klingt schnell durch: Eigentlich ist das Leben auf dem Land doch gar nicht so übel – viele kenne es schließlich nicht anders. Außer Jaron. Der Neuntklässler ist jedes zweite Wochenende bei seinem Vater in Köln. Anstatt durch die Fußgängerzonen zu schlendern, fährt er dann allerdings lieber mit seinem Fahrrad am Rhein entlang – da gebe es nämlich keine Berge.

Tief im Inneren scheint das Landkind also doch fest verankert zu sein. Welche Geschichten und Ideen am Ende beim Workshop, auch in anderen Kommunen, rausgekommen sind, kann man sich dann online anschauen unter (Von Linda Thielen, OVZ, 06.02.19)

www.jugendstil-nrw.de

 

 

 

"Feuerball und Wasserschwall"

Wissenschaftsshow der Physikanten in der Stadtbibliothek

"Aus welchen vier Elementen besteht die Welt?" Es dauerte nicht lange, bis die Viertklässler der Grundschule Wiedenhof die Antwort gefunden hatten: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Bis ins 17. Jahrhundert glaubten die Alchemisten, dass alles aus diesen vier Grundelementen in verschiedenen Mischungen zusammengesetzt ist. Im Rahmen des Projekts "Bergische Bibliotheken machen MINT" hatte die Stadtbibliothek Waldbröl zu einer spektakulären Wissensshow rund um diese Thematik eingeladen.

In dem speziell auf Grundschüler abgestimmten Programm "Feuerball und Wasserschwall" führt der Wissenschaftsjournalist Dr. Sascha Ott im Ratssaal dazu mit einfachsten Mitteln wie einem gefüllten Wasserglas, einem Luftballon oder einer Standvase verblüffende Experimente vor und bezieht die Kinder dabei als aktive Teilnehmer mit ein. Der diplomierte Physiker ist bekannt durch seine "Küchenexperimente" in der Wissenschaftssendung "Leonardo" auf WDR5 und seit 13 Jahren im Team der "Physikanten", die auf originelle Weise Wissenschaft und intelligente Comedy verbinden. Hautnah erleben die Kinder das Wechselspiel von Schwerkraft und Fliehkraft und die beeindruckenden Auswirkungen des Luftdrucks oder Rauchringe, die durch den Raum ziehen.

Gespannt verfolgen die 84 Schüler und ihre Lehrerinnen den Start der kleinen Rakete auf der Abschussrampe. Vielleicht würde sie wie ein Luftballon durch den Raum wirbeln. Mit einer Luftpumpe sorgt eine Schülerin für den nötigen Druck in der PET-Flasche mit den roten Heckflossen. Und dann - plopp. Nur ein paar Zentimeter vor der Rampe bleibt das Flugobjekt liegen. Die Erklärung folgt auf dem Fuß: Die Geschwindigkeit einer Rakete ist abhängig von der ausgestoßenen Masse. "Was ist schwerer als Luft?", fragt Ott. Schnell kamen die Kinder auf die Idee, dann doch etwas Wasser in die Flasche zu füllen. "Richtig", meint er, "Wasser ist ziemlich genau 1000 Mal schwerer als Luft." Der zweite Versuch klappt: Die mit Schaumstoff gepolsterte Rakete zischt über die Köpfe der Zuschauer - bis zur Hängelampe, glücklicherweise ohne Schaden anzurichten.

Als letztes der vier Elemente nahm er das Feuer unter die Lupe. Kerzen wurden mit Wirbelringen ausgeblasen und selbst erzeugter Wasserstoff in einer umgestülpten Dose abgefackelt, bis es zu einer Knallgasexplosion kam. Das beeindruckendste Experiment aber war der Versuch, hocherhitztes, brennendes Wachs mit Wasser zu löschen: In Bruchteilen von Sekunden verwandelte sich der Versuchstisch in einen großen Feuerball. In den begeisterten Applaus hinein meinte Ott: "Genau das Gleiche passiert auch in der Küche, wenn man auf diese Weise eine brennende Pfanne löschen will. Besser einfach den Deckel drauflegen."

mk (7.12.2019; Rundblick)

Familienfest Oktober 2018

 
 
 
 
 
 
 

Jubiläumsfeier mit französischen und polnischen Schriftstellern

Ein Fest für die ganze Familie war die Feier im Bürgerhaus anlässlich des Doppeljubiläums 40 Jahre Stadtbücherei Waldbröl und 20-jähriges Bestehen des Fördervereins "Lieber Lesen", Freundeskreis der Stadtbücherei. Büchereileiterin Christiane Kleinfeld hat jetzt zum 9. Mal die Teilnahme am Rheinischen Lesefest Käpt'n Book organisiert und verzeichnet seitdem wachsendes Interesse an der Veranstaltung, die sich in Waldbröl speziell auf die Kinder der 3. Jahrgangsstufe konzentriert.

Bürgermeister Peter Koester begrüßte die Kinder mit ihren Eltern und Großeltern im Ratssaal über der Bücherei, die er als wichtigen Bestandteil von Waldbröl bezeichnete. "Ich lese gerne Eifeler Krimis", bekannte er, "aber gleich, was man liest - ganz wichtig ist, dass man überhaupt viel liest."

Um sein Kinderbuch "Berge!" vorzustellen, schlug der polnische Autor und Illustrator Piotr Karski schmunzelnd zunächst einen Schnellkurs in seiner Landessprache vor. Nach einigen vergeblichen Sprachübungen einigte er sich mit den Kindern dann aber doch, die Dienste des Dolmetschers Thomas Weiler in Anspruch zu nehmen, der auch das Buch ins Deutsche übersetzt hatte. "Ich habe schon als Kind gerne gezeichnet", berichtet Karski, "und nach der Kunstakademie in Warschau habe ich mich auf Kinderbücher spezialisiert." Für "Berge!" ist er in die Karpaten und Sudeten gefahren und hat den Fragen der Kinder gelauscht, die dort im Urlaub waren, um sie dann leicht verständlich illustriert zu beantworten: Wo kommen die Berge eigentlich her? Was fressen die Tiere in den Bergen und was machen sie im Winter?

Im weiteren Programm las die gebürtige Französin Isabel Pin aus ihrem Buch "Schnipp, schnapp, Haare ab?" vergnügliche Geschichten rund um den Kopfschmuck und anschließend sorgte die Dresdener Band "Firlefanz und Grete" mit ihren Songs von Hühnern, Äpfeln und seltsamen Tanten für ausgelassene Stimmung bei Groß und Klein.

Auch in der Bibliothek gab es ein vielfältiges Programm: Briefbeschwerer basteln mit Antje Urbanczyk und "Malen wie Miró" bei Christiane Wirtz und Christel Jünger. In der Roman-Abteilung führten einige Schüler der Roboter-Klasse der Gesamtschule Waldbröl die im Rahmen des diesjährigen Kreisprojektes "Bergische Bibliotheken machen MINT" angeschafften beiden Bee-Bots vor und erklärten deren Handhabung. Die kleinen Lernroboter in Bienenform können von Kindergärten und Grundschulen gerne ausgeliehen werden. Die Mitarbeiter des Repair-Cafés hatte sich etwas Besonderes ausgedacht: Unter fachkundiger Anleitung von Elektromeister Manfred Gregorzewski galt es, eine LED-Lampe mit einfachsten Bauteilen selbst zusammenzubauen.

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich Harald Breckner, der 1. Vorsitzende des Fördervereins, bei den beiden Bibliothekarinnen Christiane Kleinfeld und Monika Hennekeuser für ihr unermüdliches Engagement. Kleinfeld ist seit 38 Jahren in der Bücherei, die vor 70 Jahren in einer Baracke beim alten Petz-Markt ihren Betrieb aufnahm. "Und "Lieber Lesen" hat nicht unerheblich zum Erfolg der Bücherei beigetragen", berichtet sie, "der Förderverein hat in den letzten 20 Jahren insgesamt rund 115.000 Euro für uns erwirtschaftet!"

Kleinfeld und Hennekeuser organisieren die Stadtbücherei als Familien-Bibliothek, wobei die Steigerung der Lese- und Sprachkompetenz, besonders schon im vorschulischen Bereich, einen wichtigen Platz einnimmt. Dazu dienen auch die monatlichen Vorlesestunden, in denen ehrenamtliche Vorlesepaten kindgerechte Themen aufgreifen und spielerisch vermitteln. "Bei den vielen Ablenkungen durch die modernen Medien", betont Christiane Kleinfeld, "ist es ganz wichtig, zuerst in die Welt des Lesens einzutauchen und erst dann in das digitale Universum."
(unserort.de : Michael Kupper; 9.11.2018)

 

 

(Lokalanzeiger : Jürgen Sommer ; 9.10.2018)
Waldbröl -
Mit Firle Fanz und Grete einer Dresdener Band, die Musikgeschichten für große Kleine im Gepäck hat, endete das Familienfest in der Stadtbücherei, für das Bürgermeister Peter Koester die Schirmherrschaft übernommen hatte. Keinen Firlefanz, sondern ein ausgeklügeltes Programm hatte sich die Leiterin der Bücherei, Christiane Kleinfeld, mit ihrem Team für diesen besonderen Tag ausgedacht.
Gefeiert wurde das 20-Jährige der Aktion „Lieber Lesen“ des Freundeskreises der Bücherei, mit dem 40-jährigen Bestehen der Bücherei im Bürgerhaus an der Kaiserstraße.
„Zusätzlich könnten wir eigentlich auch das Fünfjährige der „Online Ausleihe“ feiern“, merkt Kleinfeld an, die sich seit 38 Jahre um die Bücherei kümmert. Sie hat viel über die Geschichte dieser „Institution“ zu erzählen, die ihren Anfang 1948 in einer Baracke in der Nähe des alten Petz Geländes nahm. „Medien, Lese- und Nutzerverhalten haben sich geändert“, so Kleinfeld, die die Bücherei heute auch als Kommunikationszentrum im nichtkommerziellen Raum sieht.

„Man kann sich hier treffen, Zeitschriften lesen oder einen Kaffee trinken und natürlich die Ausleihe der unterschiedlichsten Medien in Anspruch nehmen“, erklärt die Leiterin. Wie modern die Bücherei aufgestellt ist demonstriert Kleinfeld am Beispiel der Online Ausleihe. Mit einem Passwort und der Leserausweis-Nummer kann man Zeitschriften oder Bücher auf seinen E-Reader herunterladen. Aber auch Bücher liegen noch hoch im Kurs, wobei die Thematik um Haus und Garten, genau so gefragt ist, wie die Koch- oder Bastelbücher, wie Reiseberichte und Reiseführer.

Der Schwerpunkt, der mit viel Liebe organisierten Familienfeier, war vom Konzept her auf Familien mit Nachwuchs im Kindergarten- oder Vorschulalter ausgerichtet, denn das ist die Zielgruppe, die an das Lesen herangeführt werden soll. Aus diesem Grund finden auch zahlreiche Autorenlesungen in der Bücherei statt, denn über das Zuhören finden Kinder oft den Zugang zum Buch.

Der Förderverein der Bücherei, mit seinem Vorsitzenden Harald Breckner, hat so manche Veranstaltung erst möglich gemacht. In den vergangenen 20 Jahren hat der Verein die Bücherei mit sage und schreibe 115 000 Euro unterstützt! So wurde an diesem wunderschönen Spätsommertag gemalt, gebastelt, gelesen, Musik gemacht und bei Kaffee und Kuchen, den der Handwerkerverein zu Feier des Tages spendiert hatte, zusammengesessen und auch über die Zukunft der Bücherei nachgedacht.

• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
VON LISA LUBBERICH (OVZ, 9.10.2018)
WALDBRÖL. Durch das Bürgerhaus ertönt Kinderlachen. Große und kleine Leseratten tummeln sich auf zwei Etagen. Sie malen, lesen oder hören zu.
Als Teil des Lesefestes „Käpt“n Book“, das Kinder und junge Erwachsene durch interaktive Lesungen von Kinder- und Jugendbuchautoren zum Lesen animieren soll, veranstaltete die Stadtbücherei Waldbröl am Samstag ein Familienfest im Bürgerhaus. In diesem Jahr gab es noch einen weiteren Grund zum Feiern: das 40-jährige Bestehen der Stadtbücherei. Büchereileiterin Christiane Kleinfeld hat es sich mit ihrem Team zur Aufgabe gemacht, bereits die Kleinsten zum Lesen zu bringen. „Wir sind für Familien da und versuchen, besonders Vorschulkinder schon mit Literatur in Berührung zu bringen.“ Daher gehören auch drei Grundschulen und zehn Kitas zu den regelmäßigen Besuchern der Stadtbücherei, die in den Räumen des Bürgerhauses ihr Heim hat. An diesem
Tag gibt es allerlei Aktionen, die zum Mitmachen einladen: Während in den unteren Räumen Briefbeschwerer bemalt, von Neuntklässlern der Gesamtschule selbst programmierte „Bee-Bots“ vorgeführt, mit Aquarellfarben gemalt und elektronische Schalter hergestellt werden, finden im Tagungssaal Lesungen statt. Diese sind interaktiv gestaltet, denn auch dabei stehen die jungen Leser im Vordergrund. Der polnische Autor und Illustrator Piotr Karksi stellt den Kindern, die aufmerksam zuhören, sein Buch „Berge!“ vor. Gemeinsam mit seinem Übersetzer Thomas Weiler liest und zeichnet er aus seinem „Mitmachbuch für Gipfelstürmer“. Die Kinder zeichnen begeistert mit, als Karksi ihnen erzählt, was die Tiere in den Bergen eigentlich fressen.
Büchereimitarbeiterin und Bibliothekarin Monika Hennekeuser freut sich über die vielen Besucher, die an diesem Tag das Lesefest besuchen. Bereits seit neun Jahren nimmt die Stadtbücherei Waldbröl am Käpt’n-Book-Fest teil. „Solche Aktionen sind nicht nur eine gute Werbung, sondern kommen bei den Kindern immer sehr gut an. Was schön ist, denn das zeigt auch, dass die Kinder immer noch sehr gerne lesen.“ Dennoch müsse man dranbleiben, damit die Kleinen das Interesse nicht verlieren. „Darum bieten wir hier auch immer viele Führungen für Kindergärten und Schulen an.“ Auch momentan angesagte trends müsse man aufgreifen, um die Wünsche der Kinder zu erfüllen. „Gerade sind Bücher wie ,Gregs Tagebuch’ und ,Das magische Baumhaus’ sehr angesagt“, weiß Hennekeuser.
Während im oberen Stockwerk gelesen und gezeichnet wird, hilft im Erdgeschoss der zehnjährige Liam seiner kleinen Schwester Sophie (5) dabei, einen elektronischen Schaltkreis zu basteln. Die Geschwister aus Windeck-Schladern lernen von Elektromeister Manfred Gregorzewski alles, was man dazu wissen muss. Nebenan bemalen die achtjährige Julia Hail aus Waldbröl, ihr fünfjähriger Bruder Benjamin und die kleine Schwester Sophia (3) ihre ganz eigenen  Briefbeschwerer. Unter der Aufsicht von Antje Urbanczyk können die Kinder sich einen Stein aussuchen und ihn nach Herzenslust mit Wasserfarbe bemalen. Bei all den Aktionen kann sich das Waldbröler Bürgerhaus an diesem Tag vor Besuchern kaum retten – zwischen Büchern, DVDs und Zeitschriften
wird in allen Zimmern begeistert gelesen, gemalt und ganz viel gelernt.

Käptn´Book - Autorenlesung

WaIdbröl - „Ich bring euch kein Buch mit, sondern eine Geschichte und… ein Geheimnis“. Die 52-jährige Hamburger Kinderbuchautorin Jutta Nymphius weiß, wie man die Aufmerksamkeit von Kindern weckt und wie man sie bei der Stange hält. Nymphius macht die 65 Kinder, die aus drei dritten Klassen der Grundschule Isengarten zu ihrer Autorenlesung ins Bürgerhaus gekommen sind gleich zu Verbündeten:

„Das Geheimnis, das ich euch später verraten werde, ist ein Kindergeheimnis, das nur Kinder erfahren dürfen, die es aber im Gegenzug für sich behalten müssen!“

Mit ausgeprägter Mimik und Gestik, mit Zwischenfragen und Interaktionen unterstützt die Autorin die Lesung aus ihrem Buch „Hotel Wunderbar“.

„Eine Autorenlesung ist mehr als reines vorlesen“, erklärt die Hamburgerin in einem kurzen Vorgespräch. „ Man vermittelt lebendiger!“ Seit 20 Jahren ist sie eng mit der Literatur verbunden. Sie arbeitete gleich nach dem Literaturstudium als Lektorin und seit fünf Jahren schreibt die Mutter von drei Kindern selber. Für insgesamt sieben Lesungen, im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Käpt`n Book Lesefestes, ist sie ins Rheinland gekommen, so auch in die Stadtbücherei Waldbröl. Die Leiterin der Bücherei, Jutta Kleinfeld, weiß um die Bedeutung von Autorenlesungen, die, besonders bei Kindern, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Bücherlesen sind.

Drei verschiedene Stellen hat Nymphius für die Waldbröler Kinder ausgewählt, die schnell eine Empathie für den kleinen Mika entwickeln, der nach dem Tod seiner Mutter mit dem Vater, einem Hotelbesitzer, alleine lebt. An einem Wintertag, kurz vor Weihnachten, lernt Mika den Obdachlosen Teddy kennen, der mit seinem kleinen Hund Silvester umherzieht.

Mika lässt beide in einem leerstehenden Hotelanbau übernachten. Doch Teddy bringt nach und nach weitere „Gäste“ mit und damit entstehen auch Probleme, die Mika zu meistern versucht. Es kommt zu einem außergewöhnlichen Weihnachtsfest… !

Nymphius hat Silvester, den kleinen Hund, zur Lesung mitgebracht. Zwar nur als pudelnassen Stoffhund, schließlich ist er noch nicht stubenrein, aber für die Kinder entsteht hierdurch eine große Authentizität zur Story.

Und was ist mit dem angekündigten Geheimnis? Sorry, aber das behalten die Kinder, wie versprochen, für sich.

Jutta Nymphius: „Hotel Wunderbar“, 144 Seiten, ab 9 Jahren.
(Lokalanzeiger : Jürgen Sommer, 15.10.2018)

Impressum